Schlemihl Kapitel 7


Nachdem ich Bendel verlassen hatte, zog ich aus der Stadt als Fremde. Ich ging allein in die trübe Welt--der Mond war mein einziger Gefährte. Mit meinem dunklen Mantel und großen Hut in der schwarzen Dunkelheit konnte niemand mich erkennen. Ich ging durch das Tor und überquerte den Platz, auf dem Mina mich zuerst sah. Plötzlich fing ich zu weinen an. Die Tränen waren bitterkalt und voller Wut und Verzweiflung. Ich hasste Minas Vater; ich hasste Rascal; ich hasste den grauen Mann so sehr. Wie konnte der graue Mann mich so betrügen und mein Leben zerstören? Er war bestimmt der Teufel. Und Minas Vater, warum war er so gegen mich? Was ist wichtig an einem Schatten? Und Rascal--die Wut machte mich schwach und ich fiel nochmal in Ohnmacht am Weg.

Ich erwachte unter einem Lindenbaum. Trockene Tränen klammerten sich an meinen Wangen. Ich wollte dort bleiben und rasten, aber ich wusste, dass ich noch wandern musste. Ich fühlte etwas in meiner Tasche und zog den Vertrag des grauen Mannes aus. Unten war eine Notiz: "Sie müssen nur den Zettel unterschreiben, sich zu befreien! Denken Sie darüber nach, wie Ihr Leben verändern wird!" Die Wut kam zurück und ich zerriss sofort den Vertrag. Ich stand auf und machte mich nochmal auf den Weg. Ein kalter Wind blies und ich hörte das Geräusch der Lindenblätter im Wind. Plötzlich hörte ich leises Lachen. Ich sah den grauen Mann nicht, aber ich konnte seine Anwesenheit spüren.

Sofort lief ich weg durch die Hügel und über manche Bäche. Trotzdem sah ich den grauen Mann--er lief neben mir. Er lachte und sagte, "komm, geh mit mir; ich kann Sie nicht verlassen, wenn Sie nicht den Vertrag unterschreiben!" Plötzlich verschwand er im Nebelstreif und sah ich Mina, als meine Braut und in einem goldenen Gewand mit bunten Blumen, vor mir. Ich lächelte sie an und ging vorwärts, um sie zu umarmen. Aber sie verwandelte sich in Rascal und er schlug mir ins Gesicht. Ich fiel auf den Boden, aber niemand war da. Es war alles eine Täuschung des Nebels. Erschrocken stand ich auf. In der Ferne sah ich Lichter einer Stadt. Ich entschied mich, in diese Stadt zu gehen und ein neues Leben zu führen. Ich werde ein armer ehemaliger Soldat sein, der Müller heißt und seinen Schatten in einer Schlacht in Russland verloren hat. Ich werde mich nie verlieben, weil mein Herz erschöpft ist, und ich werde niemandem vertrauen.

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