Forschungsprojekt–Marschmusik


"Die Wacht am Rhein," Niederwalddenkmal

Die Geschichte der deutschen Marschmusik ist ganz lang. Im 2. Weltkrieg haben die Nazis viele Marschlieder benutzt, die aus dem 18. oder 19. Jahrhundert stammten. Viele dieser Stücke wurden später verboten, weil sie Verbindungen zu den Nazis haben.

Im 19. Jahrhundert wurde Marschmusik oft komponiert, um Ereignisse wie Schlachten oder Siegen zu gedenken. Marschlieder wurden auch komponiert, um Patriotismus zu wecken. Die Wacht am Rhein (1854) zum Beispiel war ein Lied, das für seinen Aufruf zum Patriotismus beliebt war. Der Kontext des Liedes war die lange Feindschaft zwischen den Deutschen und den Franzosen, die später im Deutsch-Französischen Krieg klar gezeigt wurde.

Schlacht bei Königgrätz


Viel Marschmusik wurde von Johann Gottfried Piefke, ein preußischer Musiker und Komponist, komponiert. Seine berühmtesten Werke sind Königgrätzer Marsch” und “Preußens Gloria,” zwei Stücke, die man noch heute hören kann. “Königgrätzer Marsch” wurde 1866 nach der Schlacht bei Königgrätz komponiert, in der die Preußen die Österreicher besiegten (die Österreicher waren so empört, dass Piefke heute ein österreichischer Spitzname für alle Deutschen ist). “Preußens Gloria” wurde 1871 nach dem preußischen Sieg im Deutsch-Französischen Krieg komponiert. Heute spielt die Bundeswehr oft diese Stücke.

Die Nazis kannten alle diese alten Marschlieder auch und hatten sie gern. Im Zweiten Weltkrieg wurden diese Stücke und andere alte Marschmusik häufig im Radio gehört. Aber die Nazis komponierten auch ihre eigene Marschmusik. Die alten Lieder behandelten viel von dem deutschen Patriotismus und eine Idee des deutschen Vaterlandes, aber die Nazis wollten Musik, die mehr zu ihren eigenen politischen Motiven passte. Die Nazis wollten auch Musik, die als Propaganda stehen konnte; natürlich war Marschmusik ein einfacher Weg, dies zu erreichen. Reichspropagandaminister Joseph Goebbels wusste das und beauftragte viele Leute, Lieder und Marschmusik zu komponieren.

Es gab Marschmusik, die keine politischen oder militärischen Referenzen hatte. Ein Beispiel ist Erika,” ein Marschlied, das von einem Soldaten handelt, der von seiner Heimat und seiner Geliebten entfernt ist. Aber es ist nicht klar, dass der Erzähler ein Soldat ist; es wird nur impliziert. Dieses Lied ist interessant, weil es nach jeder Zeile drei Schlagzeugschläge (wie das Marschieren von Soldaten) gibt. Deshalb ist klar, dass “Erika” ein Militärmarsch ist, trotz des Mangels an militärischen Referenzen im Text.

"Erika"

Natürlich gab es auch Musik, die viele politische und militärische Referenzen hatte. Diese Lieder erhöhte die Moral der Soldaten und handelten viel von Patriotismus, militärischem Sieg und dem deutschen Vaterland. Sieg Heil Viktoria,” ein SS-Lied, ist ein klares Beispiel von einem beliebten Lied, das viel von Sieg handelt. Der Refrain geht:

“Es geht um Deutschlands Gloria,
Gloria, Gloria.
Sieg Heil! Sieg Heil Viktoria!
Sieg Heil, Viktoria!”


Eine der Strophe greift direkt die Alliierten an:


“Visier und Ziel sind eingestellt,
Ade, ade, ade.
Auf Stalin, Churchill, Roosevelt,
Ade, ade, ade.”


Das patriotischste Lied, das ganz zu den politischen Motiven der Nazis passte, war das Horst-Wessel Lied.”Am Anfang war dieses Lied nur ein Marschlied, aber nach dem Tod von Horst Wessel, ein Sturmführer, der den Text schrieb, von Kommunisten erschossen wurde und folglich von Goebbels als Märtyrer porträtiert wurde, wurde das Lied zur Parteihymne der NSDAP. Dieses Lied, mit seinen direkten Verweisen auf Hitler und das Hakenkreuz, lobt klar die Naziregierung.

Das "Horst-Wessel Lied"


Das “Horst-Wessel Lied” ist eines der Lieder, die heute in Deutschland und Österreich wegen deren exklusiver Identifizierung mit dem Nationalsozialismus verboten sind. “Sieg Heil Viktoria” ist auch eines dieser Lieder. Lieder der NSDAP können nur für Bildungszwecke verwendet werden; öffentlicher Auftritt ist streng verboten (§ 86a Strafgesetzbuch). Lieder wie “Preußens Gloria” und “Königgrätzer Marsch” sind erlaubt, weil sie nicht nur mit Nazis identifiziert werden.



Literaturverzeichnis


https://deutschelieder.wordpress.com/2014/07/28/max-schneckenburger-die-wacht-am-rhein/


https://www.br.de/radio/bayern2/sendungen/kalenderblatt/0307-piefke-koeniggraetzer-marsch-102.html
http://www.spielmannszug-borgholz.de/media/pdf/Repertoire_Spielmannszug_Borgholz_1926.pdf


https://freidok.uni-freiburg.de/fedora/objects/freidok:581/datastreams/FILE1/content
http://ingeb.org/Lieder/aufderhe.html


http://ingeb.org/Lieder/ademeinl.html


https://sourcebooks.fordham.edu/halsall/mod/horstwessel.asp


https://www.jewishvirtuallibrary.org/horst-wessel

Kommentare

  1. Danke, Calvin. Das ist sehr interessant!

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  2. Danke für deine Forschung. Das Lied "Erika" ist sehr interessant.

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  3. Danke Calvin. Ich wusste wirklich nichts davon. Sehr interessant. Ich mag auch die Links

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